Das Kloster Loccum will zum Frühjahr 2027 einen Waldfriedhof in Betrieb nehmen – und damit dem Wunsch vieler Menschen nach naturnahen Bestattungen entsprechen.
Der Konvent des Klosters Loccum hat die Einrichtung eines Waldfriedhofs für Urnenbestattungen beschlossen. Prior Arend de Vries und Klosterförsterin Imke Beck stellten das in Aussicht genommene Waldstück in der Gemarkung „Am Rosenbraken“ in Loccum vor.
Vorausgegangen waren viele Anfragen an den Rat der Stadt und auch an die Betreiber der örtlichen Friedhöfe wegen der Errichtung einer Begräbnisstätte in einem Wald. Das entspricht, so Prior de Vries, den veränderten Erwartungen in der Bestattungskultur. Diesen Wunsch nehme das Kloster als größter Waldbesitzer in der Region nun auf.
Klosterförsterin Imke Beck, die im Kloster auch für die Friedhofsverwaltung zuständig ist, beschrieb das vorgesehen Waldstück als ruhigen, abgelegenen und vielseitigen Waldbestand. Der Wald bleibe nach Einrichtung als Friedhof für Urnenbestattungen auch naturbelassen, es würden keine größeren Eingriffe in die Natur vorgenommen. Der Zugang zu den Urnengräbern unter Bäumen würde über die vorhandenen unbefestigten Wege und Trampelpfade erfolgen.
Das Konzept sieht vor, dass ausgewählte Bäume für jeweils zwölf Urnenbestattungen zur Verfügung stehen. Die Auswahl wird durch die Friedhofsverwaltung vorgenommen, die auch die Verkehrssicherung übernimmt. An den jeweiligen Bäumen werde ein großer Stein platziert, auf dem dann Plaketten mit den Namen und Lebensdaten an die dort beigesetzen Menschen erinnern. Anonyme Bestattungen würden nicht vorgenommen, so Prior de Vries. Der Waldfriedhof werde aber für die Urnenbeisetzung aller Menschen offenstehen, unabhängig von ihrer Konfession, Religion oder Kirchenzugehörigkeit und ihrem Wohnort.
Für die Trauerfeiern werde ein Versammlungsplatz mit Sitzgelegenheiten errichtet. „Wir werden aber keinen Park aus diesem Waldstück machen“, betonte Imke Beck. „Der Charakter des Waldes in seiner jetzigen Form soll erhalten bleiben“.
Bürgermeister Franke, der bei der Pressekonferenz anwesend war, begrüßte die Entscheidung des Konventes des Klosters: „Rat und Verwaltung der Stadt haben sich schon länger darum bemüht, eine Möglichkeit der Bestattung im Wald anbieten zu können. Immer mehr Menschen wünschen sich eine solche Möglichkeit im persönlichen Lebensumfeld, ohne weite Anreise. Dass nun in Kooperation mit dem Kloster Loccum eine solche Möglichkeit entsteht, ist wunderbar. Wir sehen hier unseren Anspruch erfüllt, ein wirklich attraktives Angebot für alle Menschen zu machen, die für sich oder ihre Angehörigen diese Form der Bestattung wünschen."
Das Kloster strebt an, den „Waldfriedhof Am Rosenbraken“ im Frühjahr 2027 zu eröffnen. Bis dahin werde das Waldstück entsprechend hergerichtet. Eine Reservierung von Urnengräbern ist erst nach der Eröffnung möglich.
Konvent des Klosters Loccum