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Adolf und Ingrid Droste, Loccum

Worte zum Kloster Loccum

Vieles könnte man über das Kloster und seine Bedeutung schreiben. Aber für uns als Familie ist das bedeutendste Ereignis sicher, dass sich unsere Eltern in den Klostermauern kennenlernten. Mein Vater war 1921 im Alter von 17 Jahren als Klosterdiener angestellt. Diese Anstellung war ein Glücksfall, denn er hatte einige Zeit vorher als Schmiedelehrling bei einem Arbeitsunfall ein Auge verloren und damit praktisch keine Chance mehr, eine andere Lehrstelle zu finden. Meine Mutter hingegen hatte in ihrem Heimatort Bad Oeynhausen keine Arbeitsstelle gefunden und konnte dann im Gutshaus beim Pächter Tappen 1926 „in Stellung gehen“. Und so erzählten später unsere Eltern meinen Schwestern und mir schon früh vom Kloster. Mein Vater musste die Klosterherrn, wie die Vikare früher genannt wurden, versorgen, ihnen morgens die Öfen anheizen, Waschwasser und Kaffee bringen, Schuhe putzen und zu den Mahlzeiten servieren. Als er einmal im Gutshaus Milch holen musste, begegnete er meiner Mutter in der Küche. Seit dieser Begegnung konnte er es einrichten, dass er regelmäßig Milch holen „musste“. Auch für Angestellte galten im Kloster strenge Regeln: freie Tage und Abende waren selten, alle Tore des Klosters waren nachts geschlossen. Wenn meine Eltern nachts von einem Tanzabend aus der Sperlingslust nach Hause kamen, kletterten sie am Hanns-Lilje-Weg über die Klostermauer. Nach sieben Jahren Verlobungszeit im Kloster konnten meine Eltern schließlich heiraten, da sie bei der Gemeinde Loccum für die Führung der Jugendherberge und der Wannenbadeanstalt angestellt wurden, wo sie auch eine Wohnung bekamen. Kurz darauf wurde mein Vater Gemeinderechnungsführer der damals noch selbständigen Gemeinde Loccum. Wahrscheinlich würde es unsere Familie ohne das Kloster Loccum gar nicht geben.

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KLOSTER LOCCUM | 31547 Rehburg-Loccum | Im Kloster 2 | Tel.: 05766 - 96 02 0 | Fax 05766 - 96 02 11 | Seite empfehlen
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