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Die Zukunft des Klosters und seine Bestimmung

Rückblick auf das Treffen des Freundeskreises des Klosters Loccum

Das Treffen der Freunde des Klosters Loccum am 15. Juni 2019 begann mit einer Baubesichtigung. Noch fällt es schwer sich vorzustellen, wie auf den Etagen des Konventshauses, im Alten Slaaphus, im Kreuzgang,  in der früheren Bibliothek und im Kalefaktorium alles in eineinhalb Jahren in schlichter zisterziensischer Schönheit neu erstrahlen wird. Aber spätestens zu Beginn des Jahres 2021 wird das Kloster neu eröffnet. „Als Konvent haben wir der hannoverschen Landeskirche, die die Renovierung verantwortet, viel zu verdanken“, sagte eingangs Prior Arend de Vries.

Die Besonderheiten des Klosters

Was ist das Kloster neben dem, das hier das Predigerseminar der Landeskirche zuhause ist? Mit dieser Frage beschäftigt sich derzeit der Konvent in den Orientierungsgesprächen mit der Kirchengemeinde, dem Kirchenkreis, der Kommune und dem Landkreis. Die charakteristischen Kennzeichen des Klosters werden aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet, verschiedene Ansichten sind willkommen und ergänzen sich.

Als Besonderheiten des Klosters heben die Gesprächspartner aktuell hervor: Die „Klosterwelt“, die nach dem Passieren des Tors sofort eine eigene Qualität stellt - Loccum als „Gegenwelt“. Die zisterziensische Spiritualität, die insbesondere im Bereich der Klosterkirche und des Kreuzgangs Anschauung bekommen hat. Der Klosterforst und die Wasserwirtschaft als Beispiele dauerhafter ökologischer Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen.

Geistlicher Ort mit Zukunft

Am Tag der Freunde haben die Konventualen in Gesprächen zudem nachgedacht über das Kloster als Pilgerort, das Kloster im Kontext der Kirche vor Ort, die Räumlichkeiten des Klosters als Tagungsstätte und die Weiterentwicklung des Konvents. Abt, Prior und Konvent sind überzeugt, dass das Kloster Loccum Zukunft hat: Nicht nur als das besterhaltene Zisterzienser-Kloster nördlich des Mains, sondern als ein geistlicher Ort, an dem Menschen geistliche Erfahrungen machen, die sie befähigen und stärken, ihr Christsein in ihrer Lebenswelt auch zu leben als selbstbewusste evangelischen Christen.

Was ansteht, ist die Präzisierung des spirituellen Anliegens. Hier sind durch den Pilgerweg, die Klosterführungen und die Hora Grundelemente gelegt, doch wie der zisterziensische Geist sich unter den Bedingungen des 21. Jahrhunderts in einem evangelischen Kloster zur Anschauung bringt, ist noch auszumachen.

Das Kloster und die Kirche am Ort stehen in enger und gleichzeitig spannungsvoller Verbindung: Einerseits profitieren sie voneinander, anderseits hat die Klosterkirche als Gemeindekirche in ihrer Kirche nicht das Sagen. Manche Traditionen der Kirchengemeinde -

wie zum Beispiel der Adventsmarkt - sowie Veranstaltungen  der umliegenden Gemeinden und des Kirchenkreises haben ihren Ort im Kloster - und das auch zukünftig, wenn das Kloster barrierefrei ist.

Touristische Attraktion und ein Ort für Kirchenmusik

Am 15. Juni wurde klar: Das Kloster Loccum wird auch in Zukunft eine touristische Attraktion sein. Das gerade entstehende europäische Netzwerk der Zisterzienser-Landschaften wird noch einen größeren Verbund bilden, in dem Loccum eingebunden ist. Der Konvent sprach einen Dank an die Stadt Rehburg-Loccum aus, die diese Einbindung aktiv voranbringt.

Ebenfalls wurde klar: Das Kloster braucht wieder ein „Himmelszelt“, denn die Verbindung von Klosterbesichtigung und Essen und Trinken ist für die Gewinnung von Einzel- und Gruppenreisen ein wichtiger Faktor. Im Moment fehlen die finanziellen Mittel dafür.

Das Kloster Loccum wird auch in Zukunft ein Ort für Kirchenmusik sein. Gelungene Beispiele dafür sind etwa die „Musik zur Einkehr“ oder der „Loccumer Orgelsommer“. Bei vielen gut besuchten Veranstaltungen stellt sich selbstverständlich die Frage nach der Organisation hinter den Kulissen. Mit der neuen Geschäftsführerin Pastorin Birgit Birth ist dafür ein Anfang gemacht.

Mitgestalter mit Herz gesucht!

In der Podiumsdiskussion mit dem Konvent wurde deutlich, dass, wenn das Kloster Loccum als geistlicher Ort attraktiv sein will, muss es neben dem Konvent eine weitere Gruppe von Menschen geben, die hier eine geistliche Heimat finden und sich in einer gewissen Verbindlichkeit auf diesen Ort und diese Gemeinschaft einlassen will. „Es braucht dazu eine Initialzündung“, so Prior Arend de Vries, „es braucht dazu Menschen, denen das ein Herzensanliegen ist, das muss wachsen und reifen“.

Pastor Ralf Tyra, Konventual und Sprecher des Freundeskreises (September 2019)

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