850 Jahre Kloster Loccum850 Jahre Kloster Loccum

Karl-Heinz Witte, Klosterführer, Petershagen

“Vom Hühnchen, das nach Loccum wollte“, und das irländische Lesebuch “Through the Garden Gate“

Mit großem Elan wurde ich nach Beginn meiner Freistellungsphase in der Altersteilzeit im Sommer 2006 ehrenamtlicher Klosterführer in Loccum. Im Laufe des ersten Jahres blieb ich bei meinen Führungen auf verschiedene Fragen von Besuchern kaum eine Antwort schuldig. Diese Serie hielt bis zum 20. Juni 2007. An diesem Tage wurde ich von dem Mitglied einer Seniorengruppe aus Hoya nach der Geschichte “Vom Hühnchen, das nach Loccum wollte“ gefragt mit dem Hinweis, dass dieses Märchen auch Bestandteil in dem Niedersächsischen Lesebuch aus seiner Schulzeit gewesen sei.
Mit hochrotem Kopf und stockender Stimme musste ich ihm gestehen, dass mir diese Geschichte vollkommen unbekannt sei. Wochen später fand ich dann in dem Buch “Geschichten aus dem Kloster Loccum“ eine Abhandlung von Ernst Berneburg über dieses ursprünglich aus Norwegen stammende Volksmärchen.
Im vergangenen Sommer stellte mir meine Nachbarin - sie ist gebürtig aus Irland - einige Fragen zum Kloster Loccum, nachdem sie mit Freunden an einem Sonntag dort eingekehrt war. Zur Vertiefung ihrer Kenntnisse händigte ich ihr das vorgenannte Buch “Geschichten aus dem Kloster Loccum“ aus. Bei der Rückgabe des Buches zeigte sie mir auch ein Lesebuch aus ihrer Grundschulzeit in Irland aus dem Jahre 1950, in dem das Märchen “Vom Hühnchen...“ in etwas anderer Form abgedruckt war. In der irländischen Fassung wurden noch drei weitere Tiere genannt: Küken (Chicken-Licken), Enterich (Drake-Lake) und Truthahn (Turkey-Lurkey), die alle von Reineke-Fuchs (Fox-Lox) verspeist wurden. Solllte ich jetzt noch einmal nach dem Märchen “Vom Hühnchen, das nach Loccum wollte“ gefragt werden, wird die für eine Klosterführug vorgegebene Zeit sicherlich nicht ausreichen.

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