850 Jahre Kloster Loccum850 Jahre Kloster Loccum

Udo Titgemeyer, Pastor i. R., Celle

Wort zum Kloster Loccum

In Loccum war das Kloster meine erste Liebe - die zwei Jahre im Predigerseminar 1963 - 1965. Die zweite Liebe wurde die Akademie, an der ich als Studienleiter von 1973-1980 tätig war. In dieser Zeit habe ich immer wieder auf das Gegenüber des Klosters hingewiesen und in den Tagungen die Verbindung zum Kloster gesucht.
Erstaunlicherweise habe ich die Meditation dann nicht im Kloster, sondern in der Akademie gefunden und gelernt. Spiritualität, Meditation, Einkehr und Stille sind ja eigentlich ureigene Sache des Klosters.
Einen wirklich einladenden, geeigneten Raum dafür gibt es in Loccum weder in der Akademie, noch im Kloster. Klosterkirche und Akademiekapelle reichen nicht aus für das, was heutzutage unter den genannten Stichworten gesucht wird. Heute gehört auch die Leibarbeit dazu.
Nun steht am Uhlhornweg/ Ecke Hanns-Lilje-Weg auf der Wiese des Klosters eine Scheune. Sie wäre m. E. der ideale Ort des Schweigens mitten in allem Reden, Reflektieren und Diskutieren, ein Ort, der mich einlädt, zu mir selbst zu kommen und in der Stille mit dem Geheimnis des Lebens konfrontiert zu werden. Der Ausblick ginge zu den zisterziensischen Wurzeln hinüber.
So wuchs die Idee, diese Scheune zu einem „Raum der Stille“ zu gestalten. Dazu habe ich 1997 einen Antrag an Abt, Prior und Konvent gestellt, der damals abgelehnt wurde. Es bleibt der Wunsch, dass dieses Vorhaben nicht vergessen wird, und vielleicht gibt es in der Zeit nach dem Jubiläum Möglichkeiten, neu darüber nachzudenken.

Jörg Fiedler M. A., Bibliothekar des Klosters Loccum

Zwanzig Zeilen zur Bibliothek des Klosters Loccum

Die Klosterbibliothek Loccum gehört zu den ältesten Bibliotheken Niedersachsens. Erstmals wird sie 1258 aktenkundig, als Henricus de Brema dort benötigtes Schrifttum anfertigte, was sich nicht nur auf die Anfertigung von Urkunden beschränkte. Das Kloster war zuvor schon mit einer Bibliothek ausgestattet, wenn auch zur damaligen Zeit andere Größenordnungen als heute galten. Was damals bereits als Bibliothek betrachtet wurde, würde heute dem Begriff nicht mehr gerecht werden. Ebenfalls hat sich die Zahl derer stark entwickelt, die über Lese- und Schreibfähigkeiten verfügen. Zu Zeiten Henricus de Brema war es eine Minderheit. Der germanischen Kultur fehlte das Element der Schriftlichkeit.
Wenn man nach den Ursprüngen der Bibliotheksgeschichte fragt, zeigt sich, dass damit zwangsläufig die Wissensvermittlung verbunden ist. Keine andere Disziplin als die Theologie hat so Entscheidendes bewegt, damit die Geschichte entsprechend verlaufen konnte, wobei das nicht aus dem Vorsatz sondern aus der Notwendigkeit heraus geschah. Theologie ist gänzlich ohne Bibel nicht denkbar. Das theologische Schrifttum wurde abgeschrieben und wird bis heute vermittelt, auch im Kloster Loccum.

KLOSTER LOCCUM | 31547 Rehburg-Loccum | Im Kloster 2 | Tel.: 05766 - 96 02 0 | Fax 05766 - 96 02 11
Valid XHTML 1.0 Transitional