850 Jahre Kloster Loccum850 Jahre Kloster Loccum

Klaus Funke, em. Propst und Regionaldechant der Kath. Kirche in Hannover

"Wort zum Kloster Loccum"

Mit dem Kloster Loccum verbinden mich zwei Erfahrungen:

die Begegnung mit dem Zisterzienser-Orden durch die eindrucksvolle Klosterkirche, die bis heute über alle geschichtlichen „Stürme“ und Veränderungen hinweg ihre Charakteristik als geistliches Zentrum eines Klosters behalten konnte und vom Konvent wie der Familiaritas bis in die Gegenwart mit Leben und Gebet aus dem Geist der Zisterzienser erfüllt wird;

zum anderen die lebendige und niveau-volle Gemeinschaft der Gäste beim jährlichen Neujahrsempfang der Landeskirche Hannover in den Räumen der Kloster-Bibliothek, die diesem gesellschaftlichen Ereignis eine eigene Prägung gibt. Man spürt den „Atem“ der Geschichte beim Anblick der alten Bücher, der die Redner aus Kirche und Politik bis heute noch bewegen kann.

So war und ist eine Fahrt nach Loccum für mich immer wieder eine Begegnung mit einem Ort, der von jenem Geist erfüllt ist, der „lebendig macht“ und „nicht auszulöschen ist“.

Barbara Petzold, Altpapiergruppe i.R., Loccum

Worte zum Kloster Loccum

November 1999. Es ist stockfinstere Nacht im Klosterwald. Kurz vor 24 Uhr tanzen einzelne Fackeln wegweisend zwischen den Bäumen. Etwa 40 Jugendliche und Erwachsene der Altpapiergruppe der Evang. Jugend Loccum und aus unserer Partnergemeinde Niederschöna in Sachsen machen sich auf den gemeinsamen Weg in die Klosterkirche zur 3. Andacht in der heutigen „Friedensnacht“. „Herr, gib uns deinen Frieden“ singen wir in der Dunkelheit und hören einen kurzen Text aus der Bergpredigt. Schweigend geht es weiter - die Kirchentür ist geöffnet - von unzähligen funkelnden Teelichtern wird das riesige Kirchenschiff geheimnisvoll erleuchtet - wir sind da. Wir versammeln uns im Hohen Chor zur Friedensandacht unter dem Thema der beginnnenden weltweiten Kampagne „Gewalt überwinden“. Ergriffenheit und Trauer spiegeln sich in den Gesichtern der Jugendlichen, wenn von Terror, Krieg, Gewalt und Ungerechtigkeit berichtet wird. Die von uns formulierten Texte und Gebete helfen zu trösten und zu ermutigen: „Sieh niemals weg, wo Unrecht geschieht. Jede und jeder von uns ist wichtig, um Frieden zu schaffen und zu erhalten.“
Nach dem Segen gehen manche von uns in das Gemeindehaus zurück. Einige aber bleiben in der großen, dunklen Kirche, liegen oben im Hohen Chor auf dem dicken Wollteppich, haben wenige Kerzen angezündet und reden, schweigen und wachen die ganze lange Friedensnacht hindurch.
Am anderen Morgen treffen wir uns alle im Gemeindehaus zum gemeinsamen Frühstück.
Diese „Friedensnächte“ mit den Jugendlichen gehören für mich zum Bewegendsten und Eindrucksvollsten, das ich in unserer Klosterkirche erleben durfte.

KLOSTER LOCCUM | 31547 Rehburg-Loccum | Im Kloster 2 | Tel.: 05766 - 96 02 0 | Fax 05766 - 96 02 11
Valid XHTML 1.0 Transitional