850 Jahre Kloster Loccum850 Jahre Kloster Loccum

Klaus Funke, em. Propst und Regionaldechant der Kath. Kirche in Hannover

"Wort zum Kloster Loccum"

Mit dem Kloster Loccum verbinden mich zwei Erfahrungen:

die Begegnung mit dem Zisterzienser-Orden durch die eindrucksvolle Klosterkirche, die bis heute über alle geschichtlichen „Stürme“ und Veränderungen hinweg ihre Charakteristik als geistliches Zentrum eines Klosters behalten konnte und vom Konvent wie der Familiaritas bis in die Gegenwart mit Leben und Gebet aus dem Geist der Zisterzienser erfüllt wird;

zum anderen die lebendige und niveau-volle Gemeinschaft der Gäste beim jährlichen Neujahrsempfang der Landeskirche Hannover in den Räumen der Kloster-Bibliothek, die diesem gesellschaftlichen Ereignis eine eigene Prägung gibt. Man spürt den „Atem“ der Geschichte beim Anblick der alten Bücher, der die Redner aus Kirche und Politik bis heute noch bewegen kann.

So war und ist eine Fahrt nach Loccum für mich immer wieder eine Begegnung mit einem Ort, der von jenem Geist erfüllt ist, der „lebendig macht“ und „nicht auszulöschen ist“.

Dr. Bernd Althusmann, Niedersächsischer Kultusminister

„Worte zum Kloster Loccum“

Der „Vater der Zisterzienser“  Bernhard von Clairvaux mahnte vor etwa 900 Jahren seine Söhne, Menschen zu sein, die ein Recht auch auf sich selber haben.
„Warum“, fragte er, „solltest einzig Du selbst nichts von Dir haben? Wie lange noch schenkst Du allen anderen Deine Aufmerksamkeit, nur nicht Dir selber? Bist Du Dir etwa selbst ein Fremder? ... Ja, wer mit sich selbst schlecht umgeht, wie kann der gut sein? Denke also daran: Gönne Dich Dir selbst. ... Sei wie für alle anderen auch für Dich da!“
Ein solches Wort aus solchem Munde tut gut und erstaunt hinsichtlich seiner Aktualität. Nur, wer mit sich selbst gut umgeht, wer dem eigenen Erleben und seinen Bedürfnissen Raum und Zeit gibt, kann sich auch für andere öffnen und ihnen Gutes tun. Dieses vergessen gerade wir Politiker viel zu oft in unserer Alltagshektik, mit der wir meinen, es allen anderen recht machen zu sollen.
Aber immer wenn ich durch die Klosterpforte Loccum trete und die friedliche Atmospähre dieser „Insel“ mich gefangen nimmt, werden mir die weisen Worte des Bernhard von Clairvaux wieder bewusst. Und wenn abends um 6 Uhr die Glocke zur Hora läutet, ist für mich hier noch immer ein Teil zisterziensische Tradition lebendig.  

KLOSTER LOCCUM | 31547 Rehburg-Loccum | Im Kloster 2 | Tel.: 05766 - 96 02 0 | Fax 05766 - 96 02 11
Valid XHTML 1.0 Transitional